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Posts mit dem Label "Fett" werden angezeigt.

Übergewicht - sind doch nicht die Kohlenhydrate, sondern Fette schuld?

In der echten Wissenschaft, müssen Hypothesen immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Ohne Vorurteil. Das ist oft nicht einfach. Weil es unbequem ist. Wenn man sich endlich einmal seine Meinung gebildet hat, möchte man das nicht wieder in Fragestellen. Das ist aber falsch. Über viele Jahre hinweg waren die Fette als der Schuldige für das immer häufiger auftretende Übergewicht identifiziert worden. Vor einigen Jahren nun schlug das Pendel um. Nicht fette, sondern die Kohlenhydrate sind die eigentliche Schuldige! Die Bücher von Gary Taubes fanden reissenden Absatz. Low Carb/High Fat der Schlüssel zum schlanken Körper. Oder nicht nur Low Carb sondern Now carb, also Keto Ernährung ist die Lösung aller Probleme. Nun ist es trotzdem schön zu sehen, dass sich ernsthafte Wissenschaftler wagen, auch einmal gegen den (neuen) Trend zu denken. Populäre Dinge in Frage zu stellen. Gegen den Trend zu sein. Eine, den ich schon seit langen dafür bewundere ist Dr. Michael Eades. Er hat neulich...

Wo beginnt Paleo, wo hört Paleo auf?

Nachdem ich heute sogar in Bild-online einen Artikel über die Vorzüge der Paleo-Ernährung gefunden habe, war ich doch verwundert, dass die Paleo-Ernährung nun schon so „Mainstream“ geworden ist. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dass, was in der breiten Öffentlichkeit als „Paleo“ verkauft wird, auch wirklich Paleo ist. Und dann habe ich mich selbst gefragt, ob ich denn den richtigen Begriff von Paleo habe. Die meisten werden zustimmen, dass bei der Paleo-Ernährung das gegessen wurde, was die Menschen zum Essen fanden, bevor sie mit Ackerbau und Viehzucht begannen. Doch wie ich schon einmal zusammen gefasst habe , hat sich die Zusammensetzung der damaligen Ernährung je nach Region und Saison stark unterschieden. Obwohl die Paleo-Ernährung heute oft mit einer fleischbetonten-Ernährung gleichgesetzt wird, gibt es Berechnungen, dass der Pflanzenanteil zwischen 30 und 70% schwankte. Nicht jeden Tag war man damals ein erfolgreicher Jäger. Und wenn pflanzliche Nahrung gefunden wur...

Sind Kühe Vegetarier?

Diese auf den ersten Blick sinnlose Frage ist gar nicht so sinnlos, wie man denken mag. Zwar sind Kühe der Inbegriff von Pflanzenfressern, aber wichtig ist nicht, was oben rein kommt, sondern was unten raus kommt. Oder genauer gesagt, was oben gefressen wird, und was vom Körper aufgenommen wird. Dieser Artikel leitet eine Serie zur vegetarischen Ernährung ein, wobei am Ende dann die Frage geklärt werden soll, ob Menschen zum Vegetarier taugen. Doch zuerst einmal zu den Kühen. Dass Kühe Pflanzen fressen ist klar. Um zu klären, was die normale Nahrung eines Säugetiers ist (und dazu gehören auch die Menschen), muss man sich den Fressapparat (Kiefer und Zähne) und den Verdauungsapparat (Magen und Darm) ansehen. Diese anatomischen Gegebenheiten zeigen, zu welcher Art Nahrung ein Säuger von Natur aus „geeignet“ ist. Pflanzen dienen den Pflanzenfressern primär als Quelle für Proteine und Kohlenhydrate, im geringeren Maß auch als Fettquelle. Neben den Pflanzen nehmen Pflanzenfresser...

Buchkritik: "Good Calories, Bad Calories" von Gary Taubes

Was wäre wenn? Was wäre, wenn die wesentlichen Ernährungstipps von heute auf einer falschen Annahme basieren? Was wäre, wenn es nicht darauf ankommt, wie viele Kalorien wir zu uns nehmen, sondern aus welcher Quelle sie stammen? Gary Taubes ist ein vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsjournalist, der mit „Good calories – Bad Calories“ quasi die Bibel der Low-Carb Bewegung geschrieben hat. Bisher leider nur in Englisch erschienen, gibt dieses Buch auf über 600 Seiten einen historischen Abriss darüber, warum heute besonders das Fett verteufelt wird, „gesunde“ Vollkornprodukte gelobt werden und parallel die Bevölkerung dicker und dicker wird. Taubes detaillierte Beweiskette führt zu einem Täter: Zucker und alle Produkte, in denen Zucker versteckt ist. Dazu gehören Softdrinks, Fertigprodukte und ja: auch alle stärkehaltigen Produkte! Ich habe selten ein Buch gesehen, dass so umfangreich seine (zum Erscheinungstag aktuellen) Quellen zitiert, wobei Taubes nicht von anderen Büchern abschre...

SNP-Analyse: Wie beeinflussen die Gene das Gewicht?

Personalisierte Ernährungsempfehlungen werden in der Zukunft auf Basis der individuellen Interaktion von Nahrung und Genen einer Person gegeben. Grundlage wird die Kombination der Analyse von variablen Daten wie Bewegungs- und Essvorlieben, biochemischen und medizinische Analysen aber auch die Analyse unveränderbarer Faktoren wie genomische Daten ( Gibney and Walsh, 2013 ) sein. Kennt man seine unveränderbaren genetischen Daten, kann man gegebenenfalls sein Ess- und Bewegungsverhalten anpassen, um z.B. Fett abzubauen und Muskeln aufzubauen. In den letzten Jahren ist die Genanalyse zunehmend verbessert und letztendlich verbilligt worden. Daher stehen diese Methoden heute nicht nur zur Analyse von medizinischen Problemen, sondern auch zur „Lifestyle“-Analyse zur Verfügung. Um neue Behandlungsmethoden von krankhaftem Übergewicht (Adipositas) zu entwickeln, wurden Genanalysen an vielen Betroffenen durchgeführt und dabei Gen-Sequenzen entdeckt, die sich bei solchen Personen oft von nor...

Kann man mit Sport Gewicht abnehmen?

Wer abnehmen will bekommt normalerweise zwei Ratschläge: Iss weniger und mache mehr Sport! Auf den ersten Blick sind beide Empfehlungen nachvollziehbar. Unser Körper verbraucht täglich Energie. Unsere Körpertemperatur ist normalerweise auf 37° C einreguliert, da bei dieser Temperatur die meisten biologischen Prozesse optimal ablaufen. Damit ist unsere Körpertemperatur meist höher, als die Umgebungstemperatur, so dass wir Wärmeenergie durch Abstrahlen verlieren, die permanent nachproduziert wird. Diese Wärme entsteht zum Teil bei chemischen Prozessen wie dem Aufschließen der Nahrung und anderen Synthese- oder Abbauprozessen im Körper. Zum Teil entsteht sie auch bei Bewegung, wie sie bei körperlicher Arbeit oder sportlicher Betätigung durchgeführt wird. Die dann überschüssige Wärmeenergie wird abgestrahlt, um die Körpertemperatur wieder auf ca. 37° C abzukühlen. Bewegen wir uns viel, erhöht dies normalerweise die Körpertemperatur entsprechend und wir strahlen viel Energie ab. Durch di...

Welche Öle und Fette sind zum Braten geeignet?

Öle und Fette unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Länge der Fettsäureketten, aus denen sie neben Glyzerin aufgebaut sind. Je länger diese Ketten sind, umso höher liegt der Schmelzpunkt. Verschiedene Öle werden daher fest, wenn man sie in den Kühlschrank stellt, Fette schmelzen, wenn man sie erhitzt. Besonders die Temperaturstabilität ist ein wesentliches Kriterium für die Auswahl eines Fettes oder Öls zum Braten. Neben der Länge der Fettsäuren von Öl/Fett sind die Doppelbindungen  innerhalb dieser Ketten für die Stabilität wichtig. Besitzt ein Öl/Fett Doppelbindungen zwischen den C-Atomen, nennt man es ungesättigt. Mehrere Doppelbindungen machen es mehrfach ungesättigt. Diese Doppelbindungen können beim Braten mit anderen Molekülen wie Sauerstoff oder Metallen aus dem Bratgefäß reagieren, was z.B. zur Entstehung von Transfetten führen kann ( Kala et al., 2012 ). Da Öle und Fette oft nicht rein sind, können auch Begleitstoffe die gesamte Temperaturstabilität beeinflus...

Wie funktionieren Fettblocker?

Adipositas (auch Obesity genannt), also krankhaftes Übergewicht, hat sich in den letzten 100 Jahren stark verbreitet, wobei sich der Prozess seit den 1970 Jahren deutlich beschleunigt hat. Besonders minderwertige Lebensmittel und weniger Bewegung werden immer wieder als Hauptursache angegeben, obwohl das Problem wohl vielschichtiger ist (Cizza and Rother, 2012 ). Viele Wege werden heute beschritten, um Übergewicht zu bekämpfen. Die Methoden reichen von Umstellung des Lebensstils, der Ernährung, Bewegungsprogrammen, der Einnahme von Medikamenten bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Ein Ansatz bei der Ernährung erscheint uns am plausibelsten. Seit einiger Zeit werden nun Fettblocker zur Behandlung von Übergewicht angeboten. Wie funktionieren diese Mittel? Fette und Öle gelten wegen ihres hohen Energiegehaltes von 9,3 Kcal/g im Gegensatz zu Kohlenhydraten und Protein mit je 4,1 Kcal/g als Dickmacher (obwohl es heute viele Gegenargumente gibt, wie z.B. der höhere Sättigungsgrad ...

Was ist kalte Thermogenese?

Es ist seit langem bekannt, dass Tiere (Nager) bei Kälteexposition über zwei verschiedene Methoden Wärme erzeugen können: durch Zittern und durch Fettoxidation in braunem Fettgewebe. Das Zittern ist ein Prozess, bei dem die Muskeln durch schnelle Bewegung Glykogen verbrennen und Wärme erzeugen. Die durch Kälte induzierte adaptive Thermogenese (kurz „kalte Thermogenese“, oder engl. „cold Thermogenesis“ genannt) in braunem Fettgewebe war neben Nagern lange nur in menschlichen Säuglingen bekannt. Es herrschte die Überzeugung, dass sich das braune Fett mit steigendem Alter reduziert und bei Erreichen des Erwachsenenalters komplett verschwunden ist ( Lean, 1989 ). Seit kurzem konnte jedoch anhand neuer Verfahren mittels PET (Positron Emission Tomography) und CT (Computer Tomography) gezeigt werden, dass auch Erwachsene noch braunes Fettgewebe besitzen ( Virtanen et al, 2009 ). Leider ist aber gerade bei übergewichtigen Erwachsenen der Anteil an braunem Fett deutlich geringer als bei schl...

Sind gesättigte Fettsäuren schlechter als ungesättigte?

Gesättigte Fettsäuren besitzen keine Doppelbindung zwischen den C-Atomen ihrer Kette, wohin gegen ungesättigte Fettsäuren mindestens eine Doppelbindung besitzen, mehrfach-ungesättigte Fettsäuren mindestens zwei. Einige ungesättigte Fettsäuren sind für den Menschen essentiell, d.h. sie können vom menschlichen Körper nicht hergestellt werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Durch Sättigung dieser Doppelbindungen können im Körper gesättigte Fettsäuren aus ungesättigten Fettsäuren hergestellt werden. Obwohl noch immer geglaubt wird, dass gesättigte Fettsäuren sich negativ auf das Herz- und Kreislaufsystem auswirken, ist heute die einzige diesbezüglich relevante Wirkung die Erhöhung des LDL (Low-density Lipoprotein) -Cholesterins, das man als Risikofaktor für Arteriosklerose einstuft ( Siri-Tarino et al., 2010a ). Da Ernährungsempfehlungen jedoch häufig zur Reduktion von gesättigtem Fett zu Gunsten von Kohlenhydraten lauten, führt dies zur Erhöhung von Triglyzeriden und ein...

Hilft CLA (konjugierte Linolsäure) beim Abnehmen?

Konjugierte Linolsäure (engl. conjugated linoleic acid, CLA) ist nicht eine einzige Molekülart, sondern eine Gruppe von zweifach ungesättigten Fettsäuren, die von einer Omega-6 Fettsäure, der Linolsäure, abstammen. Die Linolsäure besteht aus einer Kette von 18 Kohlenstoffatomen, wobei innerhalb der Kette 2 Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen vorkommen. Die beiden Doppelbindungen liegen dabei an den Positionen 9 und 12 und zwar in der cis-Konfiguration (mehr zur Konfiguration von Fettsäuren findet Ihr hier ). Diese Form der Linolsäure heißt daher auch cis-9, cis-12 Octadecadiensäure. Aus diesem Molekül werden unter natürlichen Bedingungen im Verdauungstrakt von Wiederkäuern mittels Bakterien verschiedene Isoformen von CLA durch Biohydrierung hergestellt. Dabei werden die Positionen der Doppelbindungen und die Konfiguration derselben verändert, so dass daraus z.B. cis-9, trans-11 (c9, t11) oder trans-10, cis-12 (t10, c12) Octadecadiensäure entsteht. Damit wird CLA den Tra...

Warum nimmt man nach Diäten oft wieder zu?

Es gibt viele Diäten, die sich meist darin unterscheiden, dass unterschiedliche Mengen an Makromolekülen (Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett) bevorzugt werden. Meist wird eine Kalorienreduktion von 500-1000 kcal pro Tag mit erhöhtem Energieverbrauch durch Sport empfohlen. Das Ziel ist es, das dann reduzierte Körpergewicht +/- 2,3 kg beizubehalten ( Jakicic et al., 2001 ). Leider ist häufig kurze Zeit nach Diäten wieder eine Gewichtszunahme zu beobachten, nicht selten sogar über das Startgewicht hinaus (sog. Jo-Jo-Effekt). Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer liegt im Zurückfallen in alte Ernährungsgewohnheiten, die ja der ursprüngliche Grund für die Gewichtszunahme waren, ein anderer Grund ist jedoch biochemisch begründet und auf den möchte ich hier eingehen. Die Makromoleküle, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen, werden wie folgt gespeichert: Protein wird in Muskelgewebe umgewandelt. Fett liefert die Bausteine für das Fettgewebe. Kohlenhydrate werden in Form von Glycogen in der...

Das Geschmacksempfinden wird durch Fett in der Nahrung beeinflusst.

Fett in unserer Nahrung reduziert die Aktivität bestimmter Gehirnregionen, die unser Geschmacksempfinden kontrollieren. Die Wissenschaftler, die die Studie durchführten sagen jedoch, dass die Reduktion der Aktivität nicht im Zusammenhang mit geringerem Geschmack der Nahrung steht. Trotzdem will die Nahrungsmittelindustrie basierend auf diesen Ergebnissen verstärkt fettreduzierte Nahrung anbieten, da dies anscheinend keinen negativen Einfluß auf den Geschmack habe. Dass Fettreduktion jedoch nicht zur Gewichtsreduktion führt hat sich anscheinend immer noch nicht herumgesprochen. Flavor Perception Is Influenced By Fat In Food Fat in foods has a direct impact on taste perception by activating certain regions of the brain that control taste, aroma, and 'reward', say researchers. The study, conducted by The University of Nottingham and the multinational food company Unilever, is published in the Springer journal Chemosensory Perception . The three year study found that fats ...