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Posts mit dem Label "Wissenschaftliche Artikel mit Zitaten" werden angezeigt.

Welche Faktoren beeinflussen den Natrium Jodid Symporter?

Anlässlich des 1. Deutschen Jodkongresses am 3. März 2018 in Düsseldorf habe auch ich einen Vortrag mit dem Thema: „Welche Faktoren beeinflussen den Natrium Jodid Symporter?“ halten dürfen. Der Kongress stieß auf gute Resonanz und wurde an vielen Stellen positiv erwähnt (z.B. auf der Seite von Dr. Strunz , einem der Ärzte, die über den Tellerrand hinaus schauen). Nachdem Adriana Ihren Beitrag „ Jod - Mehr als nur Schilddrüse “ bereits zusammengefasst hatte, tue ich dies nun auch hier in diesem Blog. Jod hat im Körper in vielen Organen unterschiedlichste Funktionen. Die Schilddrüse ist im Körper das Organ mit dem höchsten Jodgehalt. Aber auch andere Organe zeigen Jodaufnahme, was leicht mit radioaktiv markiertem Jod gezeigt werden kann. Im menschlichen Körper kommt Jod in vielen unterschiedliche Formen vor: als Jodid (I-), Jod (J2), Trijodid (I3), Hypoiodit (IO-), Jod bindende Biomoleküle (Schilddrüsenhormone und Jodo-Laktone, bzw. Jojo-Lipide). Da Jod auf unserer Erde ein Spur...

Jod - Mehr als nur Schilddrüse

Jod zählt auf unserer Erde eher zu den selten vorkommenden Elementen. Aus diesem Grund wird auch erst seit etwa 1870 daran geforscht. Ohne Jod als solches zu kennen, ist seine Wirkung auf und seine Funktion im Körper jedoch schon länger bekannt. Schilddrüsenunterfunktion soll schon vor 3.500 Jahren mit Schafschilddrüsen-Extrakten und Asche von Meeresschwämmen behandelt worden sein. Heute ist bekannt, dass Jodmangel zu Hypothyreose und damit einem Kropf (Schilddrüsenvergrößerung) und Kretinismus (Zwergwuchs kombiniert mit neurologischen Störungen) führen kann. Damit ist klar, dass eine gute Jodversorgung nicht nur für die Schilddrüse wichtig ist. In Japan, dem Land mit der höchsten Einnahme von Jod pro Kopf, kommen Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs signifikant weniger als in Europa vor. Dies sind weitere indirekte Beweise, dass Jod auch für das Wohlergehen anderer Gewebe als das der Schilddrüse verantwortlich ist. Die WHO hat dies erkannt und gibt eine Tagesempfehlung von 1...

Macht Supplementierung mit Vitamin D ohne Sonne Sinn?

Das Thema Vitamin D ist bei Schulmedizinern oft noch nicht angekommen und in der alternativen Therapieszene schon fast ein alter Hut. Wird in der Schulmedizin der Grenzwert von 25-Hydroxycholecaliferol (kurz 25-OH Form genannt) gerade von kümmerlichen 20 auf 30 ng/ml gehievt, werden in Selbsthilfegruppen oft Zielwerte von 100 ng/ml empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die empfohlene Tagesdosis vor kurzer Zeit in einem heroischen Schritt von 500 Einheiten auf 800 Einheiten erhöht. Nach diversen Internet-Rechnern, aber auch aus Erfahrung, gestützt auf Blutanalysen, benötigt ein durchschnittlich schwerer Erwachsener jedoch über 3000 Einheiten pro Tag, um schon ein relativ niedriges Niveau an Vitamin D im Blut zu halten. Je höher der angestrebte Wert, umso höher muss dann die Tagesdosis liegen. Stelle ich jetzt den Sinn von Vitamin D in Frage? Nein, gewiss nicht. Aber was erreiche ich mit oraler Supplementation? Nun möchte ich mit diesem Blog nicht ein Fass ...

Detox 3: Wie funktioniert eine Gallenentgiftung?

In dem letzten Beitrag unserer Serie zur Entgiftung ging es um die Leberentgiftung . Die Leberentgiftung wird häufig in einem Atemzug mit der Gallenentgiftung genannt. Das macht auf den ersten Blick auch Sinn, da beide Organe ja eine Funktionseinheit bilden. Nachdem ich mich in das Thema nun aber mehr und mehr reingekniet habe, habe ich festgestellt, dass die Galle einen eigenen Beitrag wert ist. Und dieser ist dann auch etwas umfangreicher geworden, als ich ursprünglich gedacht habe. Aber es waren viele Fakten, die auch mir neu waren. Aber lasst Euch überraschen: Um den Sinn oder zumindest die Absicht einer Gallenentgiftung besser zu verstehen, sollten wir uns erst einmal die Funktion der Galle anschauen. Dann versteht man besser, was eine Gallenentgiftung oder auch Gallenreinigung eigentlich ist. Anfangs müssen erst einmal ein paar Begriffe geklärt werden. Was wir im Volksmund oft als Galle bezeichnen, ist eigentlich die Gallenblase. Galle ist nur die Flüssigkeit, die in der G...

Mitochondrien – Tod im „friendly fire“ bei der Jagd auf Borrelien

Um zu überleben, befinden sich Eindringlinge und Verteidiger in einem ständigen Wettrüsten. Bakterien haben im Laufe der Evolution viele fiese Tricks entwickelt, um nach einer Infektion in unserem Körper zu überleben. Gleichzeitig entwickelt unser Körper ständig neue Abwehrwaffen, um die Eindringlinge zu erkennen und zu vernichten. Borrelien und Rickettsien sind Bakterien, die in Zecken vorkommen können, und das sogar gemeinsam ( Hudman and Sargentini, 2016 ). Ein gemeinsames Verbreitungsgebiet in Deutschland ist die Gegend entlang des Oberrheins in Süddeutschland. Nach einem Zeckenbiss können sie an der Einstichstelle in unsere Blutbahn gelangen, sich im Körper verteilen und in unsere Körperzellen eindringen. Innerhalb unserer Körperzellen sind sie dann vor unserem Immunsystem versteckt. Auf dem Weg über die Blutbahn zu den Zellen können sie von unserem Immunsystem erkannt und vernichtet werden, was aber bei einer ersten Infektion oft nicht klappt, da der Körper die Eindringlinge...

Leaky Gut: Ab wann ist ein löchriger Darm löchrig?

Das Leaky-Gut Syndrom (engl. Leaky = löchrig, Gut = Darm) rückt mehr und mehr in das Licht der Öffentlichkeit. Mit dem Anstieg von Autoimmunkrankheiten sucht man vermehrt nach Gründen und beschränkt sich nicht nur auf die Linderung der Symptome. Und seit einigen Jahren ist bekannt, dass ein löchriger Darm eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Autoimmunkrankheiten haben kann ( Fasano, 2012 ). Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Kenntnis über die Entstehung einer Immunkrankheit, deren Ursache im Darm liegt. Das herkömmliche Modell für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten ist wie folgt: Fremdantigene dringen in den Körper ein und reizen das Immunsystem zu einer Antwort (Bildung von Antikörpern). Das können z.B. Bakterien sein, die über eine Verletzung der Haut, auch der Mundschleimhaut, in den Blutkreislauf gelangen. Diese Eindringlinge können jedoch auf ihrer Oberfläche Strukturen tragen, die körpereigenen Strukturen ähnlich sehen („Molecular Mimicry“). Die Antikörpe...

Detox 2: Was ist eine Leberentgiftung?

Es ist heute ohne Frage akzeptiert, dass die Leber entgiften kann. Wissenschaftlich umstritten ist jedoch noch immer die Frage, ob man die Leber selbst entgiften kann. Die Leber ist das Hauptorgan, welches für die Entgiftung von Fremdstoffen (z.B. Medikamente, Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, aufgenommene organische Lösungsmittel = Xenobiotika) und eigene Stoffwechselprodukte (= Endobiotika) zuständig ist. Wasserlösliche Substanzen können relativ leicht über die Nieren und auch die Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden. Fettlösliche (lipophile) Substanzen müssen, damit sie ebenfalls auf diesem Wege ausgeschieden werden können, durch aufwändige Reaktion erst einmal löslich gemacht werden. Dieser Prozess wird als Biotransformation bezeichnet und ist in drei Phasen unterteilt. In Phase 1 werden lipophile Substanzen „funktionalisiert“, d. h. sie werden durch Reduktion, Oxidation oder Hydrolyse aktiviert. In Phase 2 werden an diese aktiven Stellen polare Moleküle angehängt (Konjug...

Detox 1: Kann man den Körper entgiften?

Weihnachten und Sylvester sind vorüber, und die Fitness-Studios erleben ihre Hauptandrangsphase. Neben dem Abspecken stehen zum Beginn des Jahres auch immer wieder Entgiftungsprogramme auf der Liste der guten Vorsätze für das neue Jahr. Auch wenn die Begriffe variieren wie Entschlacken, Entgiften, Detox oder Ausleiten, zentral ist allen Programmen die Idee, dass der Körper im Laufe des Jahres Giftstoffe und Abbauprodukte eingelagert hat, die ihm zunehmend zusetzen, und die man loswerden möchte. Auch unter Experten ist jedoch umstritten, ob es solche „Ablagerungen“ oder auch Schlacken überhaupt gibt und ob man sich mit den Frühjahrskuren auch davon befreien kann. Fakt ist, dass ein gesunder Körper über gut funktionierende Entgiftungsmöglichkeiten verfügt, sonst könnten wir uns Anfang Januar keine Gedanken über eine Entgiftung machen, sondern wären schon lange vorher gestorben. Eine zentrale Rolle bei der natürlichen, kontinuierlichen Entgiftung von Fremdstoffen und eigenen Stoffw...

50 shades of Paleo

Ich lese derzeit viel in verschiedenen Paleogruppen, u.a. auch auf facebook. Was mich dabei immer wieder verwundert, sind Fragen wie: Sind Erdbeeren Paleo konform? So, als ob man die Freigabe der Paleo-Polizei braucht, um etwas zu essen. Warum unterwerfen sich so viele Leute freiwillig einem selbstgewählten Diktat? Wie ich selbst ja schon in einem unserer Blogs beschrieben habe, ist es heute gar nicht möglich zu sagen, wie die Ernährung zur Zeit der Steinzeit überhaupt aussah. Es gibt da nur indirekte Hinweise, weil im Gegensatz zu den Menschen aus dieser Zeit deren Nahrung kaum Spuren hinterlassen hat. In vielen Köpfen hält sich hartnäckig das Gerücht, das Paleo gleichzusetzen ist mit permanentem Fleischverzehr. Das spricht dann besonders die Wochenend-Griller auf dem Balkon an. Auch wird Paleo oft mit Low-Carb gleichgesetzt. Liegt das an der romantischen Verklärung, daß die Eiszeitjäger tagaus tagein Mammuts gejagt und vertilgt haben? Wer isst heute Elefanten? Die sind so viel M...

Ist der Fleischanteil in der Paleo-Ernährung wirklich gesund?

Die Paleo-Ernährung steht im Ruf besonders gesund zu sein, da auf Lebensmittel verzichtet wird, an die sich unser Körper sich nicht angepasst hat, seit die Menschheit vom Sein als Jäger und Sammler zur Landwirtschaft überging. Es ist zwar ein weites Feld der Diskussion, wie hoch der Pflanzenanteil in der Paleo-Ernährung war, jedoch ist klar, dass wohl die wenigsten Steinzeit-Menschen reine Vegetarier waren (wenn sie nicht miserable Jäger waren). Über den prozentualen Fleischanteil in der Paleo-Ernährung will ich nun gar nicht argumentieren. Es geht mir hauptsächlich um die Frage, ob uns das Fleisch, das wir heute im Rahmen einer Paleo-Diät essen, überhaupt gesund ist. Ja, es gibt viele Publikationen, die grundsätzlich davon ausgehen, dass rotes Fleisch gesundheitsschädlich sei. In einem Artikel habe ich vor einiger Zeit schon zusammengefasst, warum ich denke, dass das nur auf verarbeitetes Fleisch zutrifft. Doch auch unverarbeitetes Fleisch kann je nach Zubereitungsart mehr oder ...

Wo beginnt Paleo, wo hört Paleo auf?

Nachdem ich heute sogar in Bild-online einen Artikel über die Vorzüge der Paleo-Ernährung gefunden habe, war ich doch verwundert, dass die Paleo-Ernährung nun schon so „Mainstream“ geworden ist. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dass, was in der breiten Öffentlichkeit als „Paleo“ verkauft wird, auch wirklich Paleo ist. Und dann habe ich mich selbst gefragt, ob ich denn den richtigen Begriff von Paleo habe. Die meisten werden zustimmen, dass bei der Paleo-Ernährung das gegessen wurde, was die Menschen zum Essen fanden, bevor sie mit Ackerbau und Viehzucht begannen. Doch wie ich schon einmal zusammen gefasst habe , hat sich die Zusammensetzung der damaligen Ernährung je nach Region und Saison stark unterschieden. Obwohl die Paleo-Ernährung heute oft mit einer fleischbetonten-Ernährung gleichgesetzt wird, gibt es Berechnungen, dass der Pflanzenanteil zwischen 30 und 70% schwankte. Nicht jeden Tag war man damals ein erfolgreicher Jäger. Und wenn pflanzliche Nahrung gefunden wur...

Taugen Menschen zum Vegetarier?

In meinem letzten Artikel zur vegetarischen Ernährung bin ich zum Schluss gekommen, dass Menschenaffen einen großen Teil Ihrer Ernährung aus Pflanzen beziehen, aber durchaus auch mehr oder weniger hohe Anteile fleischlicher Nahrung zu sich nehmen. Damit sind sie prinzipiell Allesfresser, leben aber meist einen vegetarischen Lebensstil. Vergleicht man die Anatomie der Menschen mit der der Menschenaffen, so kann man feststellen, dass der menschliche Darm eine Sonderstellung einnimmt ( Billings, 1999 ). Anhand des Darms kann man den Menschen wohl eher den Allesfressern, als den Pflanzenfressern zuordnen. Betrachtet man die Evolution des Kauapparats, so stellt man fest, dass Vormenschen schon vor ca. 4 Millionen Jahren kleinere Reißzähne ausgebildet haben, als es die heutigen Menschenaffen tun. Ob dies jedoch schon alleine als Anzeichen für eine Bevorzugung von pflanzlicher Nahrung gewertet werden kann ist fraglich. Mir geht es in meiner Analyse auch gar nicht darum zu zeigen, ob der M...