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Buchkritik: "Good Calories, Bad Calories" von Gary Taubes


Was wäre wenn? Was wäre, wenn die wesentlichen Ernährungstipps von heute auf einer falschen Annahme basieren? Was wäre, wenn es nicht darauf ankommt, wie viele Kalorien wir zu uns nehmen, sondern aus welcher Quelle sie stammen? Gary Taubes ist ein vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsjournalist, der mit „Good calories – Bad Calories“ quasi die Bibel der Low-Carb Bewegung geschrieben hat. Bisher leider nur in Englisch erschienen, gibt dieses Buch auf über 600 Seiten einen historischen Abriss darüber, warum heute besonders das Fett verteufelt wird, „gesunde“ Vollkornprodukte gelobt werden und parallel die Bevölkerung dicker und dicker wird. Taubes detaillierte Beweiskette führt zu einem Täter: Zucker und alle Produkte, in denen Zucker versteckt ist. Dazu gehören Softdrinks, Fertigprodukte und ja: auch alle stärkehaltigen Produkte! Ich habe selten ein Buch gesehen, dass so umfangreich seine (zum Erscheinungstag aktuellen) Quellen zitiert, wobei Taubes nicht von anderen Büchern abschreibt, sondern die Primärliteratur bemüht. Seine wesentliche Aussage: auch wenn Fett eine höhere Energiedichte hat als Kohlenhydrate, so sättigt es mehr und man isst weniger davon. Zucker- und stärkehaltige Produkte haben ein Suchtpotential und viel schlimmer noch, sie manipulieren unseren Hormonhaushalt. Und das wichtigste Hormon in diesem Zusammenhang ist das Insulin. Tagtäglich essen wir über den Tag verteilt Zucker: Es beginnt mit dem Müsli oder Marmeladenbrötchen, den Snack zwischendurch, den Nudeln, dem Reis oder den Kartoffeln am Mittag, dem Kuchen am Nachmittag und endet im Worst-Case mit Chips auf der Couch. Dies führt dazu, dass permanent der Insulinspiegel hoch ist, um die Zuckerflut zu bändigen. Die Konsequenz ist dann oft Insulin-Resistenz, Übergewicht und zunehmend Diabetes Typ 2. Und Taubes zeigt, daß wir gut ohne jede Kohlenhydratzufuhr leben könnten, obwohl wir gerade davon prozentual am meisten essen. Es ist interessant zu lesen, wie die Angst vor Fett von Einzelpersonen geschürt wurde, aus wissenschaftlich fragwürdigen und oft auch aus egoistischen Gründen. Nun, Taubes legt alle seine Beweise auf den Tisch. Lehnt sich zurück und fragt: Was wäre, wenn das alles eine große Lüge war? Wenn man das Buch gelesen hat, kann man seiner Beweiskette eigentlich nur folgen: Ein klarer Indizienbeweis gegen den Zucker.
Was wäre, wenn dieses Buch endlich in Deutscher Sprache erscheinen würde, und auch wir alle davon profitieren könnten?

Autor: Jens
Bildquelle: Gary Taubes - Amazon

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