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Künstliche Intelligenz in der Medizin - Fluch oder Segen?



Wenn man den Donner hört, ist der Blitz längst eingeschlagen. Wenn wir realisieren, wo künstliche Intelligenz (KI, oder im englischen AI für artificial intelligence) in unser tägliches Leben eingedrungen ist, hat das bereits Jahre zuvor begonnen und ist dann schon nicht mehr zu verhindern.

Hin und wieder geht durch die Presse, dass die großen Internetfirmen ihre Finger schon sehr tief im KI Business drin stecken haben. GoogleMicrosoft, Amazon, IBM und Facebook tun dies schon seit Jahren. Und zum Teil mit harten Bandagen; so hat Apple unlängst den Haupt KI Entwickler von Goggle abgeworben. Doch was dies für einen Einfluss auf unser Gesundheitswesen haben wird, ist heute wohl nur Fachleuten klar. Es wird jedoch sowohl Patienten wie Therapeuten ganz enorm betreffen. Die Frage ist nur: im positiven oder im negativen Sinn? Die Antwort wird wohl wie so oft irgendwo in der Mitte liegen.

KI wird unser Gesundheitswesen mit Sicherheit jedoch nicht alleine signifikant beeinflussen, sondern eine Kombination selbst-lernender Software mit immer perfekterer Hardware wird eine Revolution darstellen. Zukünftige Roboter werden nicht mehr so drollig sein wie R2D2 aus Star Wars. Sie werden uns beobachten und ständig dazulernen. Und im Gegensatz zu uns, werden sie da Gelernte nicht wieder vergessen und mit ihren "Artgenossen" teilen können.

Es werden auch die Pflegeberufe betroffen sein, in denen zunehmend der Nachwuchs fehlt. Und anstatt das Lohngefüge und die Arbeit attraktiv für menschliche Angestellte zu machen, wird in der Zukunft wohl die Betreuung von Alten und Kranken rund um die Uhr durch Automaten möglich sein. Brave New World. Unvorstellbar? Der Software in Robotern kann heute ja sogar Empathie antrainiert werden, wenn dies notwendig erscheint. Und selbst zu hoch-spezialisierte Berufe wie der Arztberuf stehen auf dem Prüfstand. Wer denkt, dass es Dank einer geringere Fehlerquote der Roboter bei einer Unterstützung des Arztes bleibt, ist naiv. Google's KI kann den Tod eines Patienten schon heute genauer vorhersagen als ein Arzt. Versicherungen werden darauf drängen, kostenintensive Behandlungen auf Basis solcher Entscheidungen "rechtzeitig" einzustellen. Klar, ein hoher Anspruch an die Qualitätskontrolle ist dabei unumgänglich, um die Quote von Fehldiagnosen und -therapien durch KI gering zu halten. Aber dies ist ja  heute bei humanen Therapeuten auch schon so.

Wie werden die unterschiedlichen Systeme nun mit Daten gefüttert? Ist es Wunder, dass unter den Haupt-Playern dieser Entwicklung die großen Datensammler dieser Erde wie Google und Facebook vertreten sind? Diese haben mit Ihren Algorithmen schier ungebremsten Zugriff auf das Wissen (und die Meinung) dieser Welt. Sogar Selbsthilfegruppen und Therapeuten-Gruppen (ob offen oder geschlossen) helfen die KI tagtäglich zu trainieren. Alles wird mitgelesen, nichts vergessen. Im Laufe der Zeit wird die KI immer besser erkennen können, welche Information "richtig" und sinnvoll sind oder nicht. Warum wohl wurden im letzten Jahr bei Facebook zeitweise diverse Gruppen mit Themen der "alternativen Therapien" gesperrt? Solche Methoden, die nicht dem (antrainierten) Standard entsprechen können schon heute  automatisiert identifiziert werden. Unlängst wurde bekannt, dass Amazon eine neue Software entwickelt hat, die in der Lage ist, Patientenakten zu analysieren. Patientendaten, Rezepte, schriftliche Aufzeichnungen, ja sogar Sprachaufzeichnungen können in "Amazon Comprehend Medical" hochgeladen werden. Diese selbstlernende Software soll dann in der Lage sein, aus dem Wust von Daten Therapiekonzepte zu unterstützen. Der Vorteil soll dabei in der Geschwindigkeit liegen, was z. B. besonders bei Krebspatienten wichtig sei. Und es ist für Google bestimmt nicht ungeschickt, dass eine der Mitgründerinnen von 23andMe, Anne Wojcicki, die Ehefrau von Google Gründer Sergei Brin ist. 23andMe ist derzeit  der größten Anbieter genetischer Analysen für Privatpersonen. Füttern tun wir die KI also schon jetzt kräftig.

Zuverlässigkeit, geringe Fehlerquote, Einsetzbarkeit rund um die Uhr, ein riesiges Wissen, das sofort abrufbar ist, ja sogar (echte?) Empathie werden zunehmend die Vorteile der KI/Roboter  im Gesundheitswesen sein. Mal gespannt, welche ökologische Nische für den humanen Therapeuten bleibt.

Bildquelle: © Comfreak -Pixabay.com

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