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Hashimoto's Thyroiditis: oft kein Einzelgänger, sondern in Verbindung mit anderen Autoimmunerkrankungen


Neulich sagte mir eine Hashimoto-Patientin, Ihr Arzt habe ihr gesagt, ihre Flecken am Bein könnten kein Lichen ruber (Knötchenflechte) sein, wie sie selbst vermutet hat. Und das mit der Begründung: Autoimmunkrankheiten treten nicht kombiniert auf. Interessante Feststellung. Im Gegensatz zu dieser Feststellung des Hausarztes sehen wir sehr wohl öfters Kombinationen von Autoimmunerkrankungen, besonders bei Hashimoto-Thyroiditis. Dies ist auch anderen schon aufgefallen. So finden sich tatsächlich bei 25% der Hashimoto Patienten auch andere Erkrankungen. Und zu denen können durchaus Autoimmunerkrankungen zählen oder Krankheiten mit noch unbekannter Ursache, aber einem Einfluß des Immunsystems. Dazu zählen systemischer Lupus erythematosus (Posselt et al., 2018), chronische Autoimmungastritis (Castoro et al., 2016), Dermatomyositis (McClanahan et al, 2015), multiple Sklerose (Perga et al., 2018), Diabetes Typ 1 (Hansen et al., 2014), Psoriasis (Akiyama et al, 2016), Sarcoidose (Semiz et al., 2018)) uvm.. Es wurde sogar ein Fall von Hashimoto, Vitiligo und Autoimmunhepatitis in einem Patienten beschrieben (Keskin et al, 2016). Auch die Kombination von Hashimoto mit Lichen ist dokumentiert (Ozden et al., 2017). Man muss eben hin und wieder die wissenschaftliche Literatur lesen.
Ist dieses gemeinsame Auftreten von Autoimmunerkrankungen Zufall? Ich denke nicht.
Oft sehen wir auch eine zusätzliche Darmerkrankung bei Hashimoto: Darmentzündungen, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa Wir unterstützen hier die Hypothese (Mori et al., 2012), dass die Darmerkrankung dabei nicht nur eine Begleiterscheinung ist, sondern ursächlich an der Entstehung der Autoimmunerkrankungen beteiligt ist. Eigentlich wäre das auch kein Wunder, da etwa 2/3 unseres Immunsystems um den Darm angesiedelt sind.
Daher fokussieren wir uns bei der Therapie von Autoimmunerkrankungen immer auch auf die Behandlung des Darms.



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