Direkt zum Hauptbereich

Was sind Synbiotika und wie wirken sie?


Nachdem wir bereits Präbiotika und Probiotika erklärt haben, sind diesmal die Synbiotika dran. Synbiotika sind ein Gemisch aus probiotisch wirkenden Bakterien und präbiotisch wirkenden Kohlenhydraten. Dieses Gemisch soll bei Konsum das Überleben und die Besiedelung mit lebenden Probiotika erleichtern, und damit den Darm des Konsumenten unterstützen. Ungefähr 70% unseres Immunsystems liegen in und um unserem Verdauungstrakt. Das Zusammenspiel von Verdauungssekreten mit der Darmflora und Faserstoffen ist wichtig für die Aufrechterhaltung der Funktion des Immunsystems. Prä- und Probiotika, und speziell deren Kombination in Form von Synbiotika, helfen dabei, uns gegen verschiedene Krankheiten zu schützen oder deren Heilung zu fördern (Bengmark, 2001; Kolida and Gibson, 2011).

Synbiotika wurden entwickelt, um spezielle Schwierigkeiten bei der Einnahme von Probiotika zu umgehen. Durch diese Kombination werden die probiotischen Bakterien während der Passage durch den Verdauungstrakt geschützt und sogar gefördert. Die beste Kombination muss jedoch immer im Vorfeld untersucht werden. Findet man eine geeignete Kombination, kann das Resultat nicht nur additiv, sondern sogar synergistisch sein (Fujimori et al., 2009). Denn die verwendeten Präbiotika ernähren nicht nur die damit kombinierten Probiotika, sondern zusätzlich auch schon vorteilhaft wirkende Bakterien, die bereits im Verdauungstrakt angesiedelt sind (Kolida et al., 2010). Auch die Auswahl eines geeigneten Probiotikums ist nicht einfach. Nur etwa 10% der untersuchten Milchsäurebakterien haben eine immununterstützende Wirkung. Man nimmt an, dass Synbiotika, die mehrere verschiedene probiotische Bakterienstämme beinhalten (sog. Multispezies-Probiotika) stärkere Effekte haben, als Probiotika, die nur einen Stamm enthalten (Bengmark and Martindale, 2005).

Wer Probiotika zu sich nimmt, nimmt dabei oft auch Präbiotika zu sich, genaugenommen also Synbiotika, ohne das es einem bewusst ist. So enthält probiotischer Joghurt meist auch die Milchzucker, die durch die Bakterien verstoffwechselt werden. Klassische Synbiotika sind daher fermentierte Lebensmittel, wobei heutzutage bei der Herstellung meist definierte Starterkulturen (Monokulturen) eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu finden sich in traditionell fermentierten Lebensmitteln Gemische von Mikroorganismen, die sich aus der Umgebung angesiedelt haben, da sie auf den Lebensmitteln optimale Wachstumsbedingungen vorfinden. Sie entsprechen damit dem bevorzugten Multispezies-Konzept für Synbiotika.

Autor: Jens
Bildquelle: © unlim3d - Fotolia.com

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Was haben Coronaviren und Fasten gemeinsam?

Was haben Coronaviren und Fasten gemeinsam? Passend zur grassierenden Corona-Epidemie und der heute beginnenden Fastenzeit wurde gerade eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Infektionen der Lunge durch Grippe-, aber auch Coronaviren, Vorgänge in unserem Darm auslösen, die man auch vom Fasten kennt. Bildquelle Es ist bekannt, dass speziell Viren, die die Lunge befallen zu einer Appetitlosigkeit führen. Dies scheint medizinisch tatsächlich vorteilhaft zu sein, wie man gerade herausgefunden hat ( Groves et al., 2020 ). Im Laufe der Infektion verändert sich das Darm-Mikrobiom beträchtlich. Durch Appetitlosigkeit kommt es zu einem Gewichtsverlust. In einer ersten Phase scheint das durch TNF-α verursacht zu werden. Dies reicht aber noch nicht zur Veränderung des Mikrobioms aus. Dazu kommt dann eine Verringerung der Anzahl von CD8+ Zellen, was den Appetit wieder anregt und dem Gewichtsverlust entgegen wirkt. Diese Zellen stellen verschiedene Cytokine her, die das Immung

Coronaviren mutieren: beeinflusst beeinflusst das die Wirkung von Impfstoffen?

Gesundheit - Coronaviren mutieren: beeinflusst das die Wirkung von Impfstoffen? Alle Viren haben die Fähigkeit, sich durch Mutationen an den Wirt anzupassen und damit auch seinem Immunsystem zu entgehen. Bekannt ist das auch bei Coronaviren. Wird das den Erfolg von Impfstoffen beeinflussen? Viren haben wenige Möglichkeiten, sich gegen die Zerstörung durch das Immunsystem zu schützen. Aber die Waffe, die sie besitzen, ist sehr mächtig: Mutation. Auf der einen Seite können Chemikalien (auch medikamente) und Strahlen das genom der Viren ändern. Aber die hauptweg steckt in ihnen drin: Enzyme, die bei der vermehrung helfen, sogenannte Polymerasen. Bei der verdopplung des Erbgutes von Viren werden Polymerasen verwendet. Diese arbeiten mehr oder weniger genau. Dabei entstehen zufällige Fehler im neuen Erbgut, der neu hergestellten Viren. Diese können überhaupt keine Auswirkung auf die Proteine haben, oder nur wenig an der Struktur der Viren ändern. Aber es kann auch passieren. dass funktionel

Cornonavirus: Was ist dran und wie kannst Du Dich schützen?

Cornonavirus: Was ist dran und wie kannst Du Dich schützen? Unkas Gemmeker und Dr. Jens Pohl  gehen den dringendsten Fragen zum Thema des Coronavirus nach. Was ist überhaupt ein Virus, wie vermehrt es sich und wie kann ein Virus mutieren? Welche Tests gibt es und welche Aussagekraft lassen Sie zu? Wir vergleichen das Coronavirus mit der normalen Grippe und reden ausführlich darüber, wie man das Immunsystem stärken kann und eventuell einer bereits bestehenden Infektion den Garaus machen kann. Natürlich beantworten wir auch ausführlich die Community Fragen. Photo by CDC on Unsplash Link zum Podcast Link zum Youtube-Video Öffnen Sie zum Teilen von Kommentaren das Dokument: bitte hier klicken Klicken Sie nach dem Öffnen des Dokuments auf die blaue Schaltfläche in der oberen rechten Ecke. Klicken Sie dann unten rechts im Dialogfeld auf "Erweitert", geben Sie Ihre Google-Mail-Adresse ein und klicken Sie auf "Senden".